Erste Hilfe durch die Feuerwehr

In den letzten Wochen kam es - möglicherweise auch aufgrund der angespannten Lage in den Kliniken sowie der hohen Auslastung der Rettungsdienstfahrzeuge, die bereits vielfach Gegenstand von Medienberichten war - zu mehreren Einsätzen, bei denen die Feuerwehr Pullach zur Erstversorgung erkrankter oder verletzter Personen angefordert wurde. Die Integrierte Leitstelle München fordert die Feuerwehr Pullach zur Erstversorgung immer dann an, wenn kein Fahrzeug des Rettungsdienstes die Einsatzstelle innerhalb der vorgegebenen Hilfsfrist erreichen kann.

Am Vormittag des 26. Februar etwa wurden zwei Einsatzkräfte zur Versorgung einer Fußgängerin, die im Bereich der Wolfratshauser Straße von einem Fahrzeug angefahren wurde, alarmiert. Sie betreuten die leicht verletzte Patientin bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Später am gleichen Tag wurde die Feuerwehr Pullach angefordert, um dem Rettungsdienst Zutritt zu einer Wohnung zu verschaffen, in der sich eine gestürzte Person befand, die nicht mehr selbst öffnen konnte. Nachdem die Feuerwehrleute mithilfe der Drehleiter über ein Fenster in die Wohnung eingestiegen waren, übernahmen sie die medizinische Versorgung des Bewohners. Der Rettungswagen, der von der Wache Sauerlach anrücken musste, traf erst deutlich später ein. Anschließend wurde der Patient mithilfe der Krankentragenhalterung der Drehleiter schonend zu Boden gebracht.

Am nächsten Tag forderte die Integrierte Leitstelle Kräfte der Pullacher Feuerwehr an, um bei einem erkrankten Kind Erste Hilfe zu leisten. Auch hier wurden Feuerwehrleute bis zum Eintreffen des Rettungswagens, der diesmal von der Rettungswache im Helios-Klinikum München-Perlach kam und im abendlichen Berufsverkehr entsprechend etwas länger brauchte, tätig.

Vergangenen Dienstag dann wurde die Feuerwehr Pullach zur Absicherung der Landung eines Rettungshubschraubers sowie zum Transport der medizinischen Crew alarmiert. Drei Feuerwehrleute machten sich aufgrund der räumlichen Nähe umgehend auf den Weg zur Einsatzstelle, wo sie sofort mit der Reanimation des Patienten, der zuvor einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatte, begannen. Die Hubschrauberbesatzung wurde durch einen Feuerwehrmann, der sich mit seinem Privatfahrzeug gerade auf dem Weg zum Feuerwehrhaus befand, aufgelesen und an die Einsatzstelle gebracht. Die Kräfte vor Ort führten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Wiederbelebungsmaßnahmen weiter und unterstützen im weiteren Verlauf bei der Versorgung des Patienten, der anschließend mit stabilen Kreislaufverhältnissen in ein Münchner Krankenhaus gebracht wurde.

Zwei Tage später, am Donnerstag letzter Woche, erfolgte erneut eine Anforderung der Integrierten Leitstelle. In diesem Fall erreichte der Rettungsdienst den Einsatzort jedoch früher als erwartet, so dass die Feuerwehr nicht eingreifen brauchte.

Die Feuerwehr Pullach ist für derartige Aufgaben gut gerüstet: Drei Mitglieder haben die zweijährige Ausbildung zum Rettungsassistent absolviert und sind beruflich in diesem Bereich tätig, ein weiterer Feuerwehrmann steht kurz vor dem Abschluss dieser Berufsausbildung. Ein Mitglied ist Rettungssanitäter, zwei weitere absolvieren derzeit diese Ausbildung. Zudem sind fünf Feuerwehrleute als First Responder qualifiziert, sie haben erfolgreich an einer 80 Stunden umfassenden Ausbildung an der Feuerwehrschule des Landkreises München teilgenommen. Durch diese große Zahl an medizinisch ausgebildetem Personal ist jederzeit eine adäquate Versorgung der Notfallpatienten gewährleistet. Selbstverständlich haben auch alle übrigen Feuerwehrleute im Rahmen ihrer Grundausbildung an einem Erste Hilfe-Kurs teilgenommen, dessen Inhalte alle zwei Jahre aufgefrischt werden.

Zur Erstversorgung stehen zwei vollwertige Notfallrucksäcke, deren Anschaffung durch die Gemeinde mit Unterstützung einiger Spender finanziert wurde, zur Verfügung. Jeder Notfallrucksack ist mit Defibrillator, Sauerstoffflasche, Beatmungsbeutel, sogenannten Larynxtuben zur Atemwegssicherung, Infusionen, Verbandsmaterial und anderem Zubehör ausgestattet.

 

Moritz Lochmann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit