Unwetterbilanz: „Niklas“ sorgt für Rekord-Einsatzaufkommen

Knapp drei Wochen nachdem das Orkantief Niklas ganz Bayern im Griff hatte, konnte die Feuerwehr Pullach die Dokumentation ihrer Einsatztätigkeit in diesem Zusammenhang nun abschließen. Insgesamt wurden, wie jetzt feststeht, innerhalb von drei Tagen 91 Einsätze abgewickelt, 81 davon am ersten Tag des Unwetters. Die erste Alarmierung erfolgte am 31. März um 8:28 Uhr, von diesem Zeitpunkt an waren die Einsatzkräfte 16 Stunden lang ununterbrochen unterwegs, um Folgen des Sturms zu beseitigen oder drohende Gefahren abzuwenden.

Unter den zahlreichen Einsätzen, bei denen meist bereits umgestürzte Bäume von der Straße oder von Gebäuden entfernt werden mussten oder Bäume und Äste, die zu fallen drohten, gesichert oder beseitigt wurden, sind zwei jedoch besonders hervorzuheben: So wurde die Feuerwehr Pullach am 31. März kurz vor 18 Uhr zu einem brennenden Fahrzeug am Grünwalder Berg alarmiert. Als die ersten Kräfte an der Einsatzstelle eintrafen, stellte sich heraus, dass das Fahrzeug nicht brannte, jedoch während der Fahrt von einem umstürzenden Baum getroffen worden war. Der Fahrgastraum wurde nur um wenige Zentimeter verfehlt, so dass bei der Fahrerin keine Verletzungen zu beklagen waren. An dem Fahrzeug entstand jedoch Totalschaden. Noch während der Arbeiten an dieser Einsatzstelle wurde ein Fahrzeug mit Hilfsmitteln zur Bahnerdung an Bord nach Baierbrunn gerufen, da dort Bäume in der Oberleitung der S-Bahn brannten und eine Erdung des Fahrdrahts notwendig war – der zweite außergewöhnliche Einsatz. Auch in Großhesselohe blockierten Bäume die S-Bahn-Strecke, diese wurden jedoch nach Sichtung durch die Feuerwehr von der Deutschen Bahn in eigener Verantwortung beseitigt.

Während des Orkans waren nahezu alle Fahrzeuge im Ortsgebiet unterwegs, zeitweise wurden die Einsatzstellen von bis zu 40 Feuerwehrleuten gleichzeitig abgearbeitet.

Auch an den nächsten beiden Tagen musste die Feuerwehr an insgesamt zehn verschiedenen Stellen tätig werden, um Spuren des Orkans zu beseitigen. Unterstützung erhielt die Feuerwehr im ganzen Verlauf von Kräften und insbesondere Fahrzeugen des gemeindlichen Bauhofs.

81 Einsätze an einem Tag ist, wie eine Nachfrage bei dem derzeit dienstältesten aktiven Mitglieds Otto Horak und bei Ehrenkommandant Josef Rauscher, die gemeinsam das Einsatzgeschehen der letzten knapp 50 Jahre überblicken, ergab, definitiv ein Rekordwert. Mit dieser Zahl wird der 31. März dieses Jahres also in die Geschichte der Pullacher Feuerwehr eingehen.

Für ihr großes Engagement in diesen Tagen bedankte sich die 1. Bürgermeisterin, Susanna Tausendfreund, am vergangenen Freitag im Rahmen ihrer jährlichen Einladung bei den Mitgliedern der Feuerwehr Pullach. Auch sie hielt fest, dass es in der Gemeinde glücklicherweise nicht zu Personenschäden kam und die Feuerwehr eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass sie ihren Aufgaben auch in derartigen Extremsituationen gut gewachsen ist.

Moritz Lochmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit