Halbjahresbilanz – Teil 2

Anknüpfend an den ersten Teil unserer Halbjahresbilanz in der vergangenen Woche möchten wir an dieser Stelle nun vorstellen, was bei der Feuerwehr Pullach in den letzten sechs Monaten abgesehen von den zahlreichen Einsätzen auf dem Programm stand.

Umsetzung des neuen Übungskonzepts         

Mit Beginn der Übungssaison Ende Januar wurde bei der Feuerwehr Pullach ein neues Übungskonzept eingeführt: Zugunsten diverser Übungen in Gruppenstärke, also mit im Schnitt zehn Teilnehmern, wird auf einen Teil der Übungen mit der gesamten Mannschaft verzichtet. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass der Umgang mit Spezialgeräten und bestimmte Arbeitstechniken in Kleingruppen mit einem guten Betreuungsverhältnis erlernt und eingeübt werden können. Außerdem wird jede dieser Gruppenübungen im Laufe des Jahres zwei Mal angeboten, so dass allen Feuerwehrleuten eine Teilnahme trotz Terminkollisionen in der Regel möglich ist. Bei den verbleibenden Übungen der gesamten Mannschaft handelt es sich dann meist um solche mit realistischer Einsatzdarstellung an großen Objekten.
Kehrseite dieser Verbesserung ist vor allem der hohe Vorbereitungsaufwand für die Ausbilder – das Konzept wird jedoch gut angenommen, so dass alle Beteiligten diese zusätzlichen Stunden gerne erbringen.

Einstellung eines zweiten hauptamtlichen Gerätewarts

Zum 15. Juni wurde – entsprechend eines Gemeinderatsbeschlusses aus dem Frühjahr – die Stelle eines zweiten hauptamtlichen Gerätewartes besetzt. Mit Markus Gundermann konnte für diesen Posten ein langjähriges Mitglied der Pullacher Feuerwehr gefunden werden. Er war bereits zuvor als Maschinist sämtlicher Einsatzfahrzeuge und als Führungsdienstgrad eingesetzt und hatte die für die Tätigkeit als Gerätewart erforderlichen Lehrgänge bei Einstellung schon absolviert. Er unterstützt den bisherigen Gerätewart Eberhard Mälz bei allen Aufgaben, die im Feuerwehrhaus anfallen, wie etwa Pflege und Reparatur der Einsatzfahrzeuge und der mitgeführten Gerätschaften, Wartung von Atemschutzgeräten, Schlauchpflege und die Instandhaltung des Gerätehauses selbst mit allen technischen Einrichtungen. Die Schaffung einer zweiten Stelle war unter anderem notwendig geworden, weil über die Jahre der Wartungs- und Prüfungsaufwand für die verschiedensten Gerätschaften aufgrund von Vorgaben der Unfallversicherung und der Hersteller stetig zugenommen hat und eine Vielzahl der genannten Aufgaben, etwa weil die Gerätschaften schlicht zu schwer sind, nicht alleine wahrgenommen werden können. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die beiden hauptamtlichen Gerätewarte eine Vielzahl von tagsüber anfallenden kleineren Einsätzen zusammen abarbeiten können und so häufig vermieden werden kann, dass ehrenamtliche Feuerwehrangehörige ihre Arbeitsplätze verlassen müssen.

 

Besuch der Fachmesse Interschutz

An einem Freitagmorgen im Juni verließen zehn Feuerwehrleute München um fünf Uhr morgens mit dem ICE in Richtung Hannover, um dort die Fachmesse Interschutz zu besuchen. Dort stand ihnen ein straffes Programm bevor – es wurden Recherchen hinsichtlich verschiedenster Produkte durchgeführt. Erst in der Nacht auf Samstag kehrten die Teilnehmer völlig geschafft zurück und brachten viele Erkenntnisse mit, die nun in die Beschaffung neuer Gerätschaften und in einsatztaktische Abläufe einfließen. Apropos Beschaffung: Egal ob Ersatz für die Schutzkleidung oder den Einsatzleitwagen angeschafft werden soll, mit derartigen Vorhaben verbringen die jeweiligen Projektgruppen in der Regel mehrere hundert Stunden. Um einerseits die Wünsche der Anwender zu berücksichtigen, andererseits aber auch den Kostenrahmen einzuhalten, sind unzählige Besichtigungen, Tests verschiedener Produkte und Besprechungen nötig.

Auch hier: Das „Tagesgeschäft“

Selbstverständlich besuchten die Feuerwehrleute auch im ersten Halbjahr 2015 diverse Lehrgänge an verschiedenen Feuerwehrschulen, engagierten sich selbst als Ausbilder für andere Feuerwehren oder Rettungsdienstmitarbeiter, frischten ihre Erste Hilfe-Kenntnisse durch Praktika im Rettungsdienst auf, präsentierten sich und ihre Arbeit mit einem Infostand auf dem Französischen Freundschaftsfest, machten gemeinsam Dienstsport oder betreuten die Kinder aus der ukrainischen Partnerschaft Baryschiwka  - eben das Tagesgeschäft im Ehrenamt Feuerwehr oder zumindest ein Ausschnitt daraus.

 

Moritz Lochmann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit