Großeinsatz in Pullacher Schule

Am Donnerstagnachmittag ging bei der Polizei eine Meldung ein, wonach in einem Chemie-Raum einer Pullacher Schule ein Behältnis mit einer potenziell explosionsgefährlichen Kalium-Verbindung lagere. Spezialkräfte des Landeskriminalamts und des von der Feuerwehreinsatzzentrale alarmierten ABC-Zugs München-Land wurden zur Beratung vor Ort hinzugezogen. Sie stellten fest, dass sich in besagtem Behälter eine Mischung verschiedener Stoffe gebildet hatte, die brennbar, ätzend und aufgrund ihrer Instabilität hochexplosiv war. Die einzige Möglichkeit zur fachgerechten Entsorgung bestand nach Einschätzung Experten darin, das Behältnis kontrolliert zur Explosion zu bringen. Mit den Bergungsmaßnahmen konnte jedoch aus Sicherheitsgründen erst nach Ende des Schulbetriebs gegen 17 Uhr begonnen werden.

Um den daraus resultierenden Großeinsatz abwickeln zu können, wurde eine Einsatzleitung gebildet; die Gesamtkoordination übernahm Kreisbrandinspektor Walter Probst, der mit der Leitung der Maßnahmen vor Ort den Kommandanten der Feuerwehr Pullach, Harald Stoiber, betraute. Nachdem zunächst das komplette Schulgelände geräumt worden war, bauten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Pullach vorsorglich Löschrohre auf und hielten einen Dekontaminationsplatz in Bereitschaft, um ein sicheres Vorgehen der Spezialkräfte des Landeskriminalamts zu gewährleisten. Unterdessen fuhr Kreisbrandinspektor Probst nach Planegg, um den für die Sprengung des Behälters ausgewählten Platz in der dortigen Kiesgrube eines benachbarten Unternehmens zu erkunden. Nach erfolgreicher Bergung des Behälters wurde dieser an Bord eines Lastwagens des ABC-Zuges nach Planegg verbracht. Auch hierfür waren besondere Vorsichtsmaßnahmen erfolgreich: Das Fahrzeug wurde für den Fall einer Explosion von Fahrzeugen der Pullacher Feuerwehr und des Rettungsdienstes begleitet, diverse Einsatzkräfte der Polizei sicherten den Konvoi und die Fahrtstrecke ab. Um eine Gefährdung der Bevölkerung zu vermeiden und störungsfrei ans Ziel zu gelangen, wurde eine Route durch den Forstenrieder Park gewählt. Die empfindliche Fracht aus Pullach wurde bei Eintreffen in Planegg gegen 20 Uhr von Einsatzkräften der örtlichen Feuerwehr erwartet, die den Sprengplatz bereits vorbereitet hatten. Auch hier erfolgten umfangreiche Absperr- und Sicherungsmaßnahmen, unter anderem mit Unterstützung durch einen Polizeihubschrauber. Ein Rettungswagen und ein Notarzt standen während der gesamten Zeit zur Absicherung der Kräfte bereit. Um kurz nach 21 Uhr erfolgte dann die Sprengung des Behälters, wenig später war der Einsatz beendet.

An den Maßnahmen beteiligt waren 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Pullach, elf Einsatzkräfte der Feuerwehr Planegg, 14 Einsatzkräfte des ABC-Zugs, neun Einsatzkräfte verschiedener Rettungsdienstorganisationen und etwa 80 Polizeibeamte sowie je zwei Angehörige der Kreisbrandinspektion und der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamts München.

Moritz Lochmann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit